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Richtig paraphrasieren: Anleitung mit Beispielen für deine wissenschaftliche Arbeit

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May 8, 2026

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Richtig paraphrasieren: Anleitung mit Beispielen für deine wissenschaftliche Arbeit

Was Paraphrasieren wirklich bedeutet

Wer eine wissenschaftliche Hausarbeit oder Bachelorarbeit schreibt, zitiert – das ist selbstverständlich. Was weniger selbstverständlich ist: Direkte Zitate sollten in einer wissenschaftlichen Arbeit die Ausnahme sein, nicht die Regel. Die Methode der Wahl ist das Paraphrasieren. Eine Paraphrase gibt den Inhalt einer fremden Quelle in eigenen Worten wieder – sinngemäß treu, sprachlich eigenständig. Sie ist kein Zitat ohne Anführungszeichen. Sie ist auch kein lockeres Umschreiben mit ausgetauschten Synonymen. Sie ist die eigenständige Verarbeitung und Wiedergabe fremden Gedankenguts – und genau darin liegt ihre wissenschaftliche Stärke.

Wer paraphrasiert, beweist, dass er eine Quelle wirklich verstanden hat. Wer nur zitiert, zeigt lediglich, dass er die Quelle gefunden hat.

Paraphrase vs. direktes Zitat – wann was gilt

Beide Formen der Quellenarbeit haben ihre Berechtigung. Die Entscheidung, ob direkt zitiert oder paraphrasiert wird, hängt vom konkreten Zweck ab.

Ein direktes Zitat ist dann sinnvoll, wenn der genaue Wortlaut des Originals inhaltlich oder sprachlich relevant ist – bei Definitionen, die exakt so gelten sollen, bei prägnanten Formulierungen, die in dieser Form zitiert werden müssen, oder bei Aussagen, bei denen es auf den Originalton ankommt. Direkte Zitate werden mit Anführungszeichen und einer vollständigen Quellenangabe inklusive Seitenangabe gekennzeichnet.

Eine Paraphrase ist in allen anderen Fällen die bessere Wahl. Sie fügt sich flüssiger in den eigenen Text ein, hält den Lesefluss aufrecht und zeigt inhaltliche Durchdringung. Zu viele direkte Zitate machen einen Text schwer lesbar und erwecken den Eindruck, dass der Autor sich hinter Fremdaussagen versteckt. Als Faustregel gilt: Direkte Zitate sollten nicht mehr als zehn bis fünfzehn Prozent des Textes ausmachen.

Schritt für Schritt: So paraphrasierst du richtig

Schritt 1: Den Originaltext wirklich verstehen

Der häufigste Fehler beim Paraphrasieren entsteht nicht beim Schreiben, sondern davor. Wer eine Textstelle paraphrasiert, ohne sie vollständig verstanden zu haben, produziert eine inhaltlich ungenaue oder sogar falsche Paraphrase – was schlimmer ist als gar keine Quellenarbeit. Lies den relevanten Abschnitt mehrfach. Stelle sicher, dass du die Kernaussage, das Argument und die Nuancen wirklich erfasst hast. Notiere in eigenen Stichworten, was gesagt wird – ohne auf den Originaltext zu schauen.

Schritt 2: Den Originaltext weglegen

Klingt simpel – ist aber der entscheidende Schritt. Wer beim Schreiben ständig auf den Originaltext schaut, übernimmt unbewusst Satzbau, Wortwahl und Formulierungsstruktur. Das Ergebnis ist eine paraphrasierte Passage, die dem Original zu nah bleibt und im Zweifelsfall als Plagiat erkannt wird. Leg den Originaltext weg, sobald du ihn verstanden hast – und schreibe die Paraphrase aus dem Gedächtnis heraus.

Schritt 3: In eigenen Worten formulieren

Jetzt entsteht die eigentliche Paraphrase. Formuliere den Inhalt vollständig in eigener Sprache, ohne auf den Originaltext zu schauen. Verwende eine andere Satzstruktur. Wähle eigene Formulierungen statt der Formulierungen des Originals. Verändere die Perspektive, wenn möglich: Aus einem Aktivsatz kann ein Passivsatz werden, aus einer Aufzählung ein zusammengefasster Satz.

Wichtig: Die Paraphrase gibt den Inhalt des Originals wieder – sie fügt keine eigenen Wertungen, Ergänzungen oder Interpretationen hinzu. Die Paraphrase darf nie mehr aussagen als das Original.

Schritt 4: Paraphrase mit Original vergleichen

Lege jetzt Original und Paraphrase nebeneinander. Prüfe: Ist die inhaltliche Aussage korrekt und vollständig erhalten? Gibt es noch zu starke Übereinstimmungen in Satzbau oder Wortwahl? Wenn ja, überarbeite die Paraphrase weiter. Ein gutes Hilfsmittel: Zähle, wie viele Wörter der Paraphrase wörtlich aus dem Original stammen. Je weniger, desto sauberer die Paraphrase.

Schritt 5: Quellenangabe einfügen

Eine Paraphrase ohne Quellenangabe ist ein Plagiat – unabhängig davon, wie gut sie formuliert ist. Das ist einer der am häufigsten gemachten Fehler in Hausarbeiten und Bachelorarbeiten: Die Paraphrase ist sprachlich eigenständig, aber die Quelle fehlt. Die Quellenangabe bei einer Paraphrase folgt den Vorgaben des gewählten Zitierstils. Im APA-7-Stil steht der Quellenbeleg in Klammern ohne „vgl.": (Müller, 2021). Im Harvard-Stil wird „vgl." vorangestellt: (vgl. Müller 2021, S. 45). In der deutschen Zitierweise mit Fußnoten steht „vgl." in der Fußnote. Eine Seitenangabe ist bei Paraphrasen je nach Zitierstil empfohlen, aber nicht in allen Stilen verpflichtend.

Paraphrasieren in der Praxis – ein konkretes Beispiel

Originaltext:„Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt führt dazu, dass klassische Berufsbilder in ihrer bisherigen Form nicht mehr existieren werden und Arbeitnehmer kontinuierlich neue Kompetenzen erwerben müssen, um am Arbeitsmarkt bestehen zu können." (Fischer, 2022, S. 34)

Schlechte Paraphrase (zu nah am Original):Die wachsende Digitalisierung der Arbeitswelt bewirkt, dass traditionelle Berufsbilder in ihrer heutigen Form nicht mehr existieren werden und Arbeitnehmer ständig neue Fähigkeiten erlernen müssen, um auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen. (vgl. Fischer 2022, S. 34)

Das ist keine Paraphrase – es sind lediglich einzelne Wörter durch Synonyme ersetzt worden. Satzstruktur, Aufbau und Formulierungslogik sind identisch mit dem Original.

Gute Paraphrase:Die digitale Transformation verändert die Anforderungen an Beschäftigte grundlegend: Berufsbilder wandeln sich so stark, dass lebenslanges Lernen und die kontinuierliche Erweiterung des eigenen Kompetenzprofils zur Grundvoraussetzung für eine dauerhafte Beschäftigungsfähigkeit werden. (vgl. Fischer 2022, S. 34)

Hier ist der Inhalt vollständig erhalten – aber in eigenständiger Sprache, mit anderer Satzstruktur und ohne wörtliche Übernahmen.

Der Konjunktiv I in Paraphrasen

In vielen wissenschaftlichen Disziplinen – besonders in den Sozial- und Geisteswissenschaften – wird bei Paraphrasen der Konjunktiv I verwendet. Er kennzeichnet die Redewiedergabe und macht deutlich, dass es sich um eine fremde Aussage handelt, nicht um die eigene Einschätzung des Verfassers.

Beispiel: Fischer (2022) betont, dass klassische Berufsbilder in ihrer bisherigen Form nicht mehr existieren werden und Arbeitnehmer neue Kompetenzen erwerben müssten.

Der Konjunktiv I wird besonders dann empfohlen, wenn eine Aussage ohne direkte Einleitung in den Fließtext integriert wird. Wer eine Paraphrase dagegen direkt einleitet – „Laut Fischer (2022) verändern sich..." – kann auf den Konjunktiv verzichten, weil die Einleitung bereits die Distanz zur Fremdaussage markiert.

Paraphrasieren und Plagiat – die entscheidende Grenze

Die Grenze zwischen einer legitimen Paraphrase und einem Plagiat ist klarer, als viele denken – und gleichzeitig leichter zu überschreiten, als es aussieht. Drei Faktoren führen dazu, dass eine Paraphrase trotzdem als Plagiat gewertet wird:

Die Quellenangabe fehlt. Auch eine sprachlich vollkommen eigenständige Paraphrase ohne Quellenangabe ist ein Plagiat, weil fremdes Gedankengut ohne Kennzeichnung übernommen wird. Der Originaltext ist zwar umformuliert, aber die Satzstruktur und der Aufbau sind identisch. Moderne Plagiatssoftware erkennt solche Muster zuverlässig. Der Inhalt der Paraphrase weicht inhaltlich so stark vom Original ab, dass er nicht mehr korrekt ist – das ist kein Plagiat, aber eine inhaltliche Fehlerquelle, die in der Begutachtung auffällt.

Wann direkte Zitate die bessere Wahl sind

Es gibt Situationen, in denen eine Paraphrase dem Originalzitat unterlegen ist. Wenn eine Definition in ihrer exakten Formulierung wissenschaftlich maßgeblich ist, sollte sie direkt zitiert werden – eine Paraphrase könnte die Bedeutung unbeabsichtigt verschieben. Wenn eine Aussage besondere sprachliche Prägnanz hat, die für die eigene Argumentation relevant ist, verliert sie durch Umformulierung an Wirkung. Und wenn es darum geht, den genauen Wortlaut eines Gerichtsurteils, einer Gesetzesnorm oder eines historischen Dokuments zu belegen, ist das direkte Zitat zwingend.

Die häufigsten Fehler beim Paraphrasieren

Nur Synonyme ersetzen, ohne Satzstruktur oder Aufbau zu verändern – das ist die häufigste Form des unbeabsichtigten Plagiats. Paraphrase schreiben, während der Originaltext direkt daneben liegt – führt fast immer zu zu starker Anlehnung ans Original. Quellenangabe vergessen oder nur unvollständig angeben – macht auch eine saubere Paraphrase zur zitierten Lücke. Den Inhalt der Paraphrase durch eigene Wertungen oder Ergänzungen verändern – die Paraphrase gibt das Original wieder, nicht die eigene Interpretation davon. Zu viele aufeinanderfolgende Paraphrasen ohne eigene Analyse – auch wenn jede einzelne korrekt ist, fehlt dann der wissenschaftliche Eigenanteil.

Wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist

Wer unsicher ist, ob die Paraphrasen in der eigenen Arbeit zu nah am Original sind oder ob Quellenangaben korrekt gesetzt wurden, sollte das vor der Abgabe prüfen lassen. Ein professionelles Lektorat durch Fachexperten – wie es dein-ghostwriter.de anbietet – schließt genau diese Lücke: systematische Prüfung aller paraphrasierten Passagen auf Eigenständigkeit und korrekte Quellenangabe, bevor die Arbeit eingereicht wird.

Fazit

Paraphrasieren ist keine Umgehung des Zitierens – es ist die anspruchsvollere, wissenschaftlich wertvollere Form der Quellenarbeit. Wer eine Quelle so gut versteht, dass er sie in eigenen Worten korrekt und vollständig wiedergeben kann, beweist genau das, was eine wissenschaftliche Arbeit leisten soll: tiefes inhaltliches Verständnis.

Eine gute Paraphrase zeigt nicht, dass man eine Quelle gelesen hat – sondern dass man sie wirklich verstanden hat.

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