Zum Inhalt springen
dein-ghostwriter.de
Ratgeber

Eidesstattliche Erklärung: Was du versicherst und wie sie aussieht

Redaktion dein-ghostwriter.de9 Min. Lesezeit

Die kurze Antwort

Die eidesstattliche Erklärung ist eine unterschriebene Erklärung am Ende einer wissenschaftlichen Arbeit, mit der du versicherst, dass du die Arbeit selbstständig verfasst, nur die angegebenen Quellen und Hilfsmittel genutzt und alle Übernahmen gekennzeichnet hast. Den genauen Wortlaut gibt fast immer deine Hochschule vor, und dieser Wortlaut hat Vorrang vor jedem Muster.

Das Wichtigste in Kürze

  • Inhalt: Du bestätigst Eigenständigkeit, vollständige Quellenangaben und dass die Arbeit nicht schon anderswo eingereicht wurde.
  • Vorgabe: Die Formulierung stammt in der Regel aus der Prüfungsordnung oder einem Formular des Prüfungsamts – nicht aus dem Internet.
  • Form: Ort, Datum und eigenhändige Unterschrift gehören dazu; bei digitaler Abgabe regelt die Hochschule, wie unterschrieben wird.
  • KI-Werkzeuge: Einige Hochschulen verlangen inzwischen eine Angabe, ob und wofür du KI-Werkzeuge genutzt hast.
  • Tragweite: Die Erklärung ist keine Formalie. Eine falsche Erklärung kann prüfungsrechtliche Folgen haben; maßgeblich ist die Prüfungsordnung.

Was ist eine eidesstattliche Erklärung in der Bachelorarbeit?

Die eidesstattliche Erklärung ist eine persönliche Versicherung, die du deiner Bachelorarbeit, Masterarbeit, Hausarbeit oder Seminararbeit beifügst. Mit deiner Unterschrift bestätigst du, dass die eingereichte Arbeit von dir stammt und dass du offenlegst, worauf du dich gestützt hast: Literatur, Daten, Software und andere Hilfsmittel.

Für die Prüfenden ist die Erklärung die Grundlage dafür, deine Arbeit als deine eigene Leistung zu bewerten. Sie ersetzt keine Plagiatsprüfung, und eine Plagiatsprüfung ersetzt sie nicht. Beide stehen nebeneinander: Die Software vergleicht Texte, die Erklärung hält deine Verantwortung für den gesamten Inhalt fest.

Hochschulen verwenden unterschiedliche Bezeichnungen für dasselbe Dokument oder für eng verwandte Dokumente:

  • Eidesstattliche Erklärung: der umgangssprachlich verbreitetste Begriff.
  • Eigenständigkeitserklärung oder Selbstständigkeitserklärung: häufig in Prüfungsordnungen und auf Formularen.
  • Versicherung an Eides statt: ein rechtlich besonders geregelter Begriff, dazu mehr im nächsten Abschnitt.
  • Declaration of Authorship oder Statutory Declaration: bei englischsprachigen Arbeiten.

Welcher Begriff auf deiner Arbeit stehen muss, entscheidest nicht du, sondern deine Hochschule. Übernimm die Überschrift aus der offiziellen Vorlage.

Eigenständigkeitserklärung oder Versicherung an Eides statt: Wo liegt der Unterschied?

Eigenständigkeitserklärung und Versicherung an Eides statt werden im Studium oft gleichgesetzt, sind aber nicht dasselbe. Die Versicherung an Eides statt ist ein rechtlich besonders geregeltes Instrument. Ob und in welcher Form eine Hochschule sie verlangen darf, richtet sich nach dem jeweiligen Landes- und Hochschulrecht und nach der Prüfungsordnung. Viele Hochschulen verwenden deshalb bewusst die Bezeichnung Eigenständigkeits- oder Selbstständigkeitserklärung.

Für dich als Studierende oder Studierender ergibt sich daraus eine einfache Orientierung:

Bezeichnung auf dem FormularWas das für dich bedeutetWo du nachsiehst
Eigenständigkeitserklärung / SelbstständigkeitserklärungErklärung gegenüber der Hochschule, dass die Arbeit von dir stammtPrüfungsordnung, Formular des Prüfungsamts
Versicherung an Eides statt / eidesstattliche VersicherungRechtlich besonders geregelte Form; die Tragweite ist höherPrüfungsordnung und deren rechtliche Grundlage
„Eidesstattliche Erklärung“ ohne weitere AngabeBegriff wird uneinheitlich verwendetWortlaut des Formulars, im Zweifel Prüfungsamt fragen

Diese Übersicht ist eine allgemeine Einordnung, keine Rechtsberatung. Welche rechtliche Wirkung deine Erklärung im Einzelfall hat, ergibt sich aus den Regeln deiner Hochschule. Wenn du dazu eine konkrete Frage hast, ist das Prüfungsamt die erste Anlaufstelle; für rechtliche Fragen kommt eine fachkundige Beratungsstelle in Betracht.

Unabhängig von der Bezeichnung gilt: Du unterschreibst eine Aussage über Tatsachen. Sie muss zutreffen.

Was versicherst du mit der Erklärung? Die Bestandteile im Klartext

Eine eidesstattliche Erklärung besteht typischerweise aus vier bis sieben Aussagen, die du mit einer Unterschrift bestätigst. Die folgende Tabelle übersetzt die üblichen Bestandteile in Alltagssprache und zeigt, was du vor der Unterschrift prüfen solltest. Nicht jede Hochschule verwendet alle Punkte, manche ergänzen weitere.

BestandteilWas er bedeutetVor der Unterschrift prüfen
Selbstständige VerfassungDu hast die Arbeit selbst geschrieben.Trifft das auf jeden Teil zu, auch auf Tabellen und Grafiken?
Nur angegebene QuellenAlles, was du genutzt hast, steht im Literaturverzeichnis.Fehlen Quellen, die du gelesen und verarbeitet hast?
Kennzeichnung von ÜbernahmenWörtliche und sinngemäße Übernahmen sind als solche markiert.Hat jede Paraphrase einen Beleg?
Angegebene HilfsmittelSoftware, Datenquellen und sonstige Hilfen sind genannt.Verlangt die Hochschule eine Liste der Hilfsmittel?
Keine anderweitige EinreichungDie Arbeit wurde nicht schon in einer anderen Prüfung eingereicht.Hast du Teile einer früheren Hausarbeit übernommen? Dann Rücksprache halten.
Gleiche FassungenGedruckte und elektronische Fassung stimmen überein.Ist die PDF die endgültige Version?
Einwilligung zur PrüfsoftwareDie Arbeit darf mit einer Plagiatssoftware geprüft werden.Steht das in der Erklärung oder auf einem eigenen Formular?

Besonders der Punkt Kennzeichnung ist in der Praxis heikel, weil fehlende Belege bei Paraphrasen leicht übersehen werden. Der Ratgeber zum richtigen Paraphrasieren zeigt, wie du sinngemäße Übernahmen sauber belegst.

Ein Hinweis zu Hilfen von außen: Die Erklärung bezieht sich auf die Arbeit, die du einreichst. Mustervorlagen, Ratgeber und Beispieltexte dienen der Orientierung, auch eine wissenschaftliche Mustervorlage für die Bachelorarbeit. Eingereicht wird deine eigene Arbeit, und du gibst die Erklärung nur ab, wenn sie für diese Arbeit zutrifft.

Wie gehst du mit KI-Werkzeugen in der Erklärung um?

Einige Hochschulen haben ihre Eigenständigkeitserklärungen um Angaben zu KI-Werkzeugen wie Chatbots, Übersetzungs- oder Umformulierungsprogrammen ergänzt. Die Regeln dazu unterscheiden sich stark, teils sogar zwischen Fakultäten derselben Hochschule. Eine allgemeingültige Antwort, was erlaubt ist, gibt es deshalb nicht.

So gehst du vor:

  1. Aktuelle Vorlage besorgen: Lade das Formular kurz vor der Abgabe erneut herunter. Ältere Versionen enthalten die KI-Passage möglicherweise noch nicht.
  2. Richtlinie lesen: Viele Hochschulen oder Lehrstühle veröffentlichen eigene Hinweise zum Umgang mit KI. Sie gehen allgemeinen Aussagen im Internet vor.
  3. Nutzung dokumentieren: Notiere während des Schreibens, welches Werkzeug du wofür verwendet hast, etwa Rechtschreibprüfung oder Literatursuche.
  4. Angabe machen, wo verlangt: Wenn das Formular eine Liste oder ein Verzeichnis der Hilfsmittel fordert, fülle es vollständig aus.
  5. Im Zweifel fragen: Kläre mit deinem Betreuer, ob eine bestimmte Nutzung zulässig ist, bevor du sie einsetzt, nicht danach.

Warum KI-Texte ohne eigene Prüfung ohnehin problematisch sind, etwa bei erfundenen Quellen, beschreibt der Ratgeber Ghostwriter oder KI. Für die Erklärung zählt nur eines: Deine Angaben müssen vollständig und richtig sein.

Wo steht die eidesstattliche Erklärung und wie wird sie unterschrieben?

Die eidesstattliche Erklärung steht in den meisten Arbeiten auf der letzten Seite, nach Literaturverzeichnis und Anhang. Einige Hochschulen verlangen sie stattdessen direkt nach dem Deckblatt oder als losen Bogen, der separat abgegeben wird. Die Position legen die Formvorgaben fest; einen Überblick über typische Regeln gibt der Ratgeber zu Formalia in der wissenschaftlichen Arbeit.

Zu einer vollständigen Erklärung gehören in der Regel:

  • Überschrift nach Vorgabe der Hochschule.
  • Erklärungstext im vorgegebenen Wortlaut, oft mit Titel der Arbeit.
  • Ort und Datum der Unterschrift.
  • Eigenhändige Unterschrift mit Vor- und Nachnamen.
  • Je nach Formular Matrikelnummer und Studiengang.

Bei gedruckten Exemplaren unterschreibst du in jedem Exemplar, sofern die Hochschule nichts anderes vorgibt. Bei rein digitaler Abgabe gibt es verschiedene Wege: eingescannte Unterschrift, separates Formular im Prüfungsportal oder eine Bestätigung per Klick. Welcher Weg gilt, steht in den Abgabehinweisen deines Prüfungsamts.

Die Erklärung zählt meist nicht zum Textumfang. Welche Teile in die Seitenvorgabe einfließen, erklärt der Ratgeber Wie viele Seiten hat eine Bachelorarbeit?

Wie kann eine eidesstattliche Erklärung lauten? Ein allgemeines Beispiel

Das folgende Beispiel zeigt, wie eine eidesstattliche Erklärung grundsätzlich aufgebaut sein kann. Es ist ausdrücklich kein Mustertext zum Übernehmen. Fast jede Hochschule gibt eine verbindliche eigene Formulierung vor, und diese Formulierung hat immer Vorrang. Wenn du die Vorlage deiner Hochschule nicht findest, frag beim Prüfungsamt nach, statt ein Muster aus dem Internet zu verwenden.

Allgemeines Beispiel zur Orientierung, nicht zur Übernahme:

Eigenständigkeitserklärung. Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Arbeit mit dem Titel [Titel der Arbeit] selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt habe. Alle Stellen, die wörtlich oder sinngemäß aus anderen Werken übernommen wurden, habe ich als solche kenntlich gemacht. Die Arbeit wurde in gleicher oder ähnlicher Form noch keiner anderen Prüfungsbehörde vorgelegt. [Ort, Datum] [Unterschrift]

An diesem Beispiel lassen sich die Grundbausteine erkennen: Eigenständigkeit, Quellen und Hilfsmittel, Kennzeichnung, keine Doppeleinreichung. Die Vorlage deiner Hochschule kann deutlich länger sein, etwa mit Angaben zu KI-Werkzeugen, zur elektronischen Fassung oder zur Plagiatsprüfung.

Wichtig ist die Reihenfolge der Schritte: Erst wenn die Arbeit fertig ist und du jeden Satz der Erklärung für zutreffend hältst, unterschreibst du. Ein Muster ist eine Hilfe, um den Text zu verstehen, keine Erlaubnis, eine Aussage zu unterschreiben, die nicht stimmt.

Welche Fehler passieren bei der eidesstattlichen Erklärung häufig?

Die meisten Fehler bei der eidesstattlichen Erklärung sind formaler Art und passieren in den letzten Tagen vor der Abgabe. Die folgende Liste zeigt typische Beispiele mit der passenden Korrektur.

  • Unterschrift vergessen: Eine Erklärung ohne Unterschrift ist unvollständig. Korrektur: Unterschrift auf die Abgabe-Checkliste setzen und in jedem Exemplar prüfen.
  • Veraltete Vorlage: Das Formular aus dem Vorsemester enthält eine Passage nicht, die inzwischen verlangt wird. Korrektur: Vorlage kurz vor der Abgabe neu herunterladen.
  • Muster aus dem Internet statt Hochschulvorlage: Korrektur: erst die offizielle Formulierung suchen; ein Muster dient nur dem Verständnis.
  • Falscher Titel: Der Titel in der Erklärung weicht vom Deckblatt ab. Korrektur: Titel aus dem Deckblatt kopieren, nicht aus der Anmeldung.
  • Hilfsmittel unvollständig: Verwendete Software oder KI-Werkzeuge fehlen, obwohl das Formular sie abfragt. Korrektur: Notizen aus dem Schreibprozess abgleichen.
  • Teile früherer Arbeiten übernommen: Abschnitte aus einer eigenen Hausarbeit tauchen ohne Hinweis auf. Korrektur: vorab mit dem Betreuer klären, ob und wie das zulässig ist.

Eine falsche Erklärung kann prüfungsrechtliche Folgen haben, bis hin zur Bewertung der Arbeit als nicht bestanden. Welche Folgen im Einzelfall möglich sind, regelt die Prüfungsordnung deiner Hochschule. Vor der Abgabe hilft die Checkliste zur Abgabe der Bachelorarbeit, nichts zu vergessen.

Häufige Fragen

Ist die eidesstattliche Erklärung Pflicht?

Für Abschlussarbeiten verlangen Hochschulen in der Regel eine Eigenständigkeits- oder eidesstattliche Erklärung, häufig auch für Haus- und Seminararbeiten. Ob sie für deine Arbeit vorgeschrieben ist und in welchem Wortlaut, steht in der Prüfungsordnung oder in den Hinweisen des Prüfungsamts. Fehlt sie, kann die Arbeit als unvollständig gelten. Frag im Zweifel vor der Abgabe nach.

Muss ich die eidesstattliche Erklärung handschriftlich unterschreiben?

Bei gedruckten Arbeiten ist die eigenhändige Unterschrift üblich, meist in jedem abgegebenen Exemplar. Bei digitaler Abgabe akzeptieren Hochschulen unterschiedliche Wege, zum Beispiel eine eingescannte Unterschrift oder ein separates Formular im Prüfungsportal. Welche Form gilt, legt dein Prüfungsamt fest. Eine getippte Namenszeile reicht nur dann, wenn die Hochschule das ausdrücklich zulässt.

Muss ich ein Lektorat oder Korrekturlesen in der Erklärung angeben?

Das hängt von deiner Hochschule ab. Manche Formulare fragen ausdrücklich nach Hilfen Dritter, andere nicht. Ein Lektorat oder Korrekturlesen verändert deinen Text sprachlich, nicht inhaltlich; wie deine Hochschule das einordnet, steht in der Prüfungsordnung oder in einer Richtlinie. Wenn keine Regel zu finden ist, frag deinen Betreuer, bevor du die Hilfe in Anspruch nimmst.

Kann ich eine Vorlage aus dem Internet verwenden?

Als Hilfe zum Verständnis ja, als Ersatz für die offizielle Formulierung nein. Fast jede Hochschule stellt einen verbindlichen Wortlaut bereit, der Vorrang vor jedem Muster hat. Vorlagen aus dem Internet können veraltet sein oder Passagen enthalten, die an deiner Hochschule nicht vorgesehen sind. Such zuerst auf der Seite deines Prüfungsamts oder im Modulhandbuch.

Was passiert, wenn die Erklärung nicht stimmt?

Eine falsche Erklärung kann prüfungsrechtliche Folgen haben. Welche genau, regelt die Prüfungsordnung deiner Hochschule; je nach Fall reichen die möglichen Folgen bis zur Bewertung der Arbeit als nicht bestanden. Handelt es sich um eine Versicherung an Eides statt, kann die Tragweite darüber hinausgehen. Unterschreib deshalb nur, was für deine eingereichte Arbeit vollständig zutrifft.

Fazit

Mit der eidesstattlichen Erklärung versicherst du, dass die eingereichte Arbeit von dir stammt, alle Quellen und Hilfsmittel angegeben und alle Übernahmen gekennzeichnet sind. Verbindlich ist der Wortlaut deiner Hochschule; Muster wie das Beispiel oben dienen nur dem Verständnis. Hol dir die aktuelle Vorlage, prüf jeden Satz auf seine Richtigkeit und unterschreib erst, wenn die Arbeit fertig ist. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Prüfungsordnung und die Vorgaben deiner Hochschule.

← Zurück zum Ratgeber

Starte jetzt deine Anfrage

Unverbindlich und diskret – erhalte innerhalb von 24 Stunden dein persönliches Angebot.